Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten
Kartenverkauf über Wartburg Eisenach: 03691/250202
  • TANNHÄUSER UND SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG: Astrid Weber
    © Rainer Salzmann
  • TANNHÄUSER UND SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG: Stan Meus, M. Järviluoto, Dae-Hee Shin, St. Tsirakoglou
    © Rainer Salzmann
  • TANNHÄUSER UND SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG: Ensemble
    © Rainer Salzmann
  • TANNHÄUSER UND SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG: Paul McNamara und Bettine Kampp
    © Rainer Salzmann
Mittwoch, 02. November 2016 __ 18.00 Uhr

geschlossene Veranstaltung

Halbszenische Aufführung auf der Wartburg in Eisenach
Kartenverkauf unter Tel.: 03691/250202

Richard Wagner stellt das Thema der Liebesbindung eines Künstlers (Tannhäuser) zu irdischer (Venus) und himmlischer Liebe (Elisabeth) in den Mittelpunkt des dramatischen Geschehens.

Dem Leben an der Seite von Venus im Hör­selberg überdrüssig geworden, drängt der Minnesänger Tannhäuser zurück zur Erde. Hier trifft er auf Elisabeth, die Nichte des Landgrafen Hermann von Thüringen. Bei dem glanzvollen Fest zur Wiederkehr Tannhäusers stellt der Landgraf den Sängern die Aufgabe, das Wesen der Liebe zu ergründen. Während alle am Wettstreit Beteiligten sich für die hohe ideale Liebe einsetzen, erklärt Tannhäuser den sinnlichen Genuss zum wahren Wesen der Liebe. Er wird aus der mittelalterlichen Gesellschaft ausgeschlossen und findet auch durch eine Pil­ger­reise nach Rom keine Erlösung, die ihm erst durch den Tod Elisabeths zuteil wird.

Wagner arbeitete drei Jahre an dieser Oper. Hauptquellen sind das mittelalterliche Gedicht „singerkriec uf Wartburc“ (13. Jahrhundert) und das Volkslied vom „Danhuser“ (16. Jahrhundert).

Pressestimmen

Zur Feier des Tages

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Es muss etwas Besonderes vorfallen, wenn große ortsansässige Hotels zur Feier des Tages spezielle Arrangements anbieten: „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“, eine Inszenierung vom Intendanten des Staatstheaters Meiningen und des Landestheaters Eisenach, Ansgar Haag.

Man kann sich wunderbar konzentrieren auf das Stück. Das hat schon eine ganz besondere Aura und Intimität, fantastisch dirigiert von Hans Urbanek. Und auch gesanglich eine sehr anständige Aufführung mit großartiger Leistung, wie z.B. Dae-Hee Shin in der Rolle des Wolfram. Das Publikum war begeistert. Eine wirklich schöne Gesamtleistung. Da kann man sich glücklich schätzen, wenn man noch Karten bekommt für eine der Folgeaufführungen.

Dieter David Scholz, MDR, Radio Figaro, 29. April 2010

Dich teure Halle grüß' ich wieder

„Tannhäuser“ auf der Wartburg

Konzerte und vor allem Aufführungen von Wagners „Tannhäuser“ sind nun schon Tradition im Sängersaal der Wartburg ob Eisenach. Quasi vor Ort erlebten wir eine halbszenische Aufführung, des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen, die unter Wagner-Freunden einen äußerst guten Ruf ihr Eigen nennt. Hans-Georg Priese bewältigte problemlos die anspruchsvolle Titelpartie mit allen Höhen, Tiefen, deklamatorisch-dramatischen Szenen und den nach langem Atem verlangenden Kantilenen im I. Und II. Akt. Respekt!

Als prächtig singender Wolfram mit allen lyrischen Baritontugenden erfreute dae-hee Shin. Bettine Kampp stellte natürlich eine vokale Luxusbesetzung der Elisabeth dar: Mit mühelosem Sopranglanz überstrahlte sie die großen Ensembles, mit Wohlklang erfüllte sie Elisabeths Gebet.

Dirigent Hans Urbanek führte alle mit sicherer und Souveräner Leitung durch die dreieinhalb Stunden dieses immer wieder verblüffenden Wagner-Werks. Beglückt verließ man den „fiktiven“ Ort des Geschehens und sah ins dunkle Tal hinab…

Sieglinde Pfabigan, DER NEUE MERKER, Wien, 29. April 2010

Sängerwettstreit in Thüringen

Gera und Meiningen bringen gleichzeitig Richard Wagners „Tannhäuser“ auf die Bühne

Sage keiner, in Thüringen hätten sie keinen Sinn für das identitätsstiftende Potenzial von Hochkultur. Zur gegenwärtig eher zufällig (von Oslo bis Mailand) rollenden „Tannhäuser“-Welle tragen nämlich sowohl das zweistädtehaus von Gera-Altenburg im Osten, als auch das Meininger Theater im Südwesten des Freistaates, der den Schauplatz des Sängerkrieges, nämlich die Wartburg, durchaus in seinem Wappen tragen könnte, ihren Teil bei.

 

Nun haben zum Glück weder Philipp Kochheim mit seiner in Heidelberg schon mal hochgelobten und jetzt für Gera reaktivierten, noch der Meininger Intendant Ansgar Haag mit seiner neuen Produktion vordergründig auf irgendein Thüringen-Klischee gesetzt. Wobei sich Haag nicht die Chance entgehen lässt, auch die real existierende Wartburg ein paar Mal als verkaufsträchtigen Spielort zu nutzen. Außerdem kann Meiningen auf die für ein Haus seiner Größe in den letzten Jahren außergewöhnlich gut gepflegte Wagner-Kompetenz setzen. Der mielitz-„Ring“ unter Kirill Petrenko war eine Theatersensation, „Tristan“, „Holländer“ und „Parsifal“ folgten.

 

Für Hans Urbanek ist der „Tannhäuser“ ein Abschied vom Posten des GMD. In beherzter, frisch zupackender Art machte er daraus ein Geschenk für sich und die Gemeinde. Wenn Ansgar Haag inszeniert, reicht die bis weit nach Bayern hinein. Da steht dann der Bus des Würzburger Wagner-verbandes vor der Tür, und keiner muss befürchten, dass ihm seine Wagner-Feststimmung verhagelt wird.

Roberto Becker, NEUES DEUTSCHLAND, 17. April. 2010

Alle Aufführungen ausverkauft

Ostern war „Tannhäuser“-Start

Bei anderen Gelegenheiten spielen Künstler vor halbleeren Rängen. Nicht so bei Richard Wagners „Tannhäuser“. Zu Ostern war Saisonstart. Bis September ist jeder Termin ausverkauft.

„Aus Deinem Reiche muss ich fliehen, oh Königin, Göttin, lass mich ziehn.“ Der sündhaft sinnlichen Liebe überdrüssig, will Ritter Tannhäuser aus seiner sexuell aufgeladenen Gefangenschaft tief im Hörselberg entkommen fort von Frau Venus, der er lange verfallen war.

Am Ostersonntag und am Karfreitag hörten erstmals in diesem Jahr Musikliebhaber diese berühmte Arie aus Richard Wagners Oper, die mit vollem Namen „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ heißt. Sie ist ein Publikumsmagnet. Wagner ist nicht nur eine kulturelle Facette für Eisenach, ebenso ein Wirtschaftsfaktor.

 

Busladungen zahlungskräftiger Kulturgäste kommen. „heute hatten wir den Richard-Wagner-Verband aus Basel in der Schweiz und eine Reisegruppe aus Regensburg“, berichtet Andreas Volkert von der Wartburg. Das Steigenberger hotel „Thüringer Hof“ meldete: „Wir haben einen ganzen Bus aus Braunschweig. Das Hotel warb über Zeitungskampagnen beispielsweise in Berlin für sein Arrangement „Tannhäuser“. Mit gutem Erfolg: Die Karten werden sehr gerne gebucht.

Sven-Uwe Völker, THÜRINGER ALLGEMEINE, 25. April 2011

Ansgar Haag inszeniert in Meiningen Wagners "Tannhäuser"

Ein Ereignis von Rang. Für den scheidenden GMD Hans Urbanek wird die in den letzten Jahren (vom legendären Mielitz-"Ring" über "Tristan und Isolde" und dem "Fliegenden Holländer" bis zu Hans Urbaneks eigenem "Parsifal" gepflegte Wagnerkompetenz der Meininger Hofkapelle die Basis für eine lebendig, frische, aufgehellte, sich mitunter eher belcantistisch aufschwingende als schwelgerisch gründelnde "Tannhäuser"-Lesart.

 

Geradezu beglückend ist das hohe Niveau der durchweg dem Meininger Theater verbundenen Protagonisten. Hans-Georg Priese hat die von ihm selbst in den letzten Jahren geweckten Erwartungen mit einem erstklassigen, überregional konkurrenzfähigen Tannhäuser voll erfüllt.

 

Alla Perchikova beglaubigte die verführerische Vehemenz der Venus mit verve. Dass Dae-Hee Shin mit Wolframs Preislied und dem Abendstern verführerisch glänzen würde, war zu erwarten. In Meiningen war aber auch die Wartburggesellschaft von ausgesuchter Qualität. Das gilt nicht nur für Dominik Nekels würdig balsamischen Landgrafen, sondern auch für Jaques le Roux exzellenten Walther von der Vogelweide und Roland Hartmanns Einsatz als Biterolf, der kam geradezu einer Rehabilitierung dieser Partie gleich. Weil auch der von Sierd Quarré fabelhaft einstudierte erweiterte Chormit Urbaneks Tempo mithielt, wurde am Ende eine Ensembleleistung bejubelt, die sich im Reigen des gegenwärtigen "Tannhäuser"-Booms wirklich hören lassen kann.

 

Joachim Lange, FREIES WORT, 29. März 2010

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TEAM

Musikalische Leitung: GMD Philippe Bach

Regie: Ansgar Haag

Bühnenbild: Kerstin Jacobssen

Kostüme: Stephanie Geiger

Chor: Sierd Quarré

Besetzung

Landgraf Hermann von Thüringen: Ernst Garstenauer

Tannhäuser: Paul McNamara

Wolfram von Eschenbach: Dae-Hee Shin

Heinrich der Schreiber: Stan Meus

Walther von der Vogelweide: Rodrigo Porras Garulo, Daniel Szeili

Biterolf: Marián Krejčík

Reinmar von Zweter: Mikko Järviluoto

Elisabeth, Nichte des Landgrafen: Camila Ribero-Souza, Astrid Weber

Venus: Bettine Kampp, Astrid Weber

Ein junger Hirte: Elif Aytekin, Sonja Freitag, Monika Reinhard

Vier Edelknaben: Agnes Kretzer, Karin Biehler, Christiane Schröter, Dana Hinz