4. Sinfoniekonzert

  • Komponist Torstein Aagaard-Nilsen
    © Hans Jørgen Brun

EDVARD GRIEG (1843–1907)
„Sigurd Jorsalfar“, Suite op. 56

1. Vorspiel: In der Königshalle
2. Intermezzo: Borghilds Traum
3. Huldigungsmarsch

TORSTEIN AAGAARD-NILSEN (*1964)
„Fünf Lieder nach Gedichten von Stein Mehren“ URAUFFÜHRUNG

Sonnenuntergang
Abendlicht
Hier flüstert der Mond
Der Gletscher
Eislicht

JEAN SIBELIUS (1856–1957)
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

1. Allegretto
2. Tempo andante, ma rubato
3. Vivacissimo
4. Allegro moderato

Abendlicht

Das Tageslicht glitt aus uns hinaus
Und wir bewegten uns wie
Bilder, die wir noch nie gesehen hatten. Am äußersten
Himmelsrand funkelte die Nacht wie Kristall
Ein Glanz, wie ihn das Unsichtbare den Dingen verleiht
Sehen ist erinnern. Und woran erinnert sich das Licht
An die Berge, die Bäume, die Luft, wenn wir fort sind 

„Det andre lyset“ („Das andere Licht“) ist ein 1989 veröffentlichter, auf Riksmål geschriebener Gedichtzyklus des norwegischen Schriftstellers Stein Mehren (*1935). Der norwegische Komponist Torstein Aagaard-Nilsen (*1964) wählte aus diesem fünf Gedichte für seinen Mikro-Lied-Zyklus, die alle Lichter in der Natur behandeln und gleichzeitig das andere Licht, das wir sehen, wenn wir von der Erde gegangen sind. „Die fünf Gedichte, die ich gewählt habe, beschreiben alle eine Art Licht, das wir sehen, wenn es dunkel wird. Selbst in der Nacht wird Licht vom Mond in den Nachthimmel reflektiert.“ Das Werk, eine Auftragsarbeit für das Meininger Theater, wird im 4. Sinfoniekonzert durch die finnische Mezzosopranistin Carolina Krogius und die Meininger Hofkapelle unter dem Dirigat des GMD Philippe Bach uraufgeführt.

Edvard Grieg (1843–1907) komponierte „Sigurd Jorsalfar“ als Bühnenmusik zum gleichnamigen Schauspiel von Björnstjerne Björnson über den ersten norwegischen Kreuzfahrer Sigurd I. Den Stoff hatte Björnson der alten isländischen Saga entnommen; er wollte ein patriotisches Volksdrama schaffen. Doch das Schauspiel blieb ohne Erfolg – ganz im Gegensatz zur 1872 komponierten Musik von Grieg, der aus dieser zwei Chorgesänge als op. 22 und die drei wesentlichen instrumentalen Teile als Suite op. 56 herausgab. Letztere erklingt im 4. Sinfoniekonzert.

Die – heute populärste und meistaufgeführte – 2. Sinfonie von Jean Sibelius (1856–1957) entstand größtenteils während eines Italienaufenthaltes des finnischen Komponisten. Nach ihrer Uraufführung 1902 in Helsinki wurde sie von allen Kritikern als Meisterstück im internationalen Maßstab gewertet. „Alle betonten die eigenständige Form, den Reichtum an musikalischen Themen und Motiven sowie die kunstvolle Instrumentierung“ (Kari Kilpeläinen). Die Meinungen über eventuelle programmatische Inhalte gingen allerdings weit auseinander. Aufgrund der belastenden Beziehungen zwischen Finnland und Russland, glaubten einige, politische Inhalte herauszuhören, die Sibelius jedoch zurückwies. Nichtsdestotrotz erkannte man in ihr eine heitere Naturschilderung und die optimistische Schlusslösung stieß in der problembeladenen Zeit auf offene Ohren. Mit dieser Sinfonie zeigt Sibelius die Anpassungsfähigkeit der angeblich überholten Form. Sie steht am Beginn seiner Suche nach einem neuen Kompositionsstil.

zurück zur Übersicht

TEAM

Dirigent: GMD Philippe Bach

Besetzung

Mezzosopran: Carolina Krogius