Der Blaue Salon

Meininger Mittwochsgesellschaft
Mittwoch, 15. November 2017 __ 18.30 Uhr

Eintritt frei

Kooperation zwischen Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung/Fachbereich Polizei und Meininger Staatstheater

„Hassgewalt und Rechtsterrorismus”

Gast: Dr. Matthias Quent (Leiter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft)

In den vergangenen Jahren ist in Thüringen und Deutschland die Zahl von Gewalttaten und Anschlägen gegen Minderheiten stark angestiegen. Die Differenz zwischen den behördlichen, öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Bewertungen und Einordnungen von solchen Straftaten weist auf ein Spannungsfeld hin: Wann sind Taten Amok, politisch motiviert, vorurteilsgeleitet oder gar terroristisch?

Die im Juli 2016 in München verübte Mehrfachtötung von 9 Menschen aus Einwandererfamilien durch einen jungen Täter mit rechtsextremen Einstellungen und iranischen Wurzeln stellt einen tragischen Höhepunkt hinsichtlich der Bewertung des politischen Hintergrundes von Straf- und Gewalttaten dar. Die Tat wird durch die Behörden bisher nicht als politisch motiviert eingeordnet, obwohl auch die Ermittler/innen von einem Motivbündel ausgehen, zu dem auch rassistische Motive zählen.

Drei von der Landeshauptstadt München bestellte Gutachter – darunter der Referent Dr. Quent – argumentieren, es handele sich dabei um Hassverbrechen bzw. um die politisch motivierte Tat eines allein handelnden Terroristen – vergleichbar mit Anschlägen von islamistischen Einzeltätern.

Bei der Veranstaltung werden internationale Fallstudien, Konzepte und Argumente der Auseinandersetzung mit Hassgewalt und Rechtsterrorismus diskutiert.

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