EINE NACHT IM NOVEMBER 1938

Ein zeitgenössischer Bericht von Konrad Heiden
Mit Musik von Viktor Ullmann
Lesung zum 9. November 1938
  • Lesung zum 9. November 1938
    © ddp
Donnerstag, 08. November 2018 __ 19.30 Uhr
Kammerspiele - Foyer

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzten SA-Truppen und Angehörige der SS mehrere Hundert Synagogen in Brand, demolierten mehr als 8.000 jüdische Geschäfte und unzählige Privatwohnungen, misshandelten, verhafteten und töteten tausende Juden. Der Journalist Konrad Heiden (1901–1966)  erkannte die Bedeutung dieses „Zivilisationsbruchs“, der den Beginn der systematischen Ermordung von sechs Millionen Juden markierte. Heiden, der seit den frühen zwanziger Jahren den Aufstieg Hitlers und der NSDAP kritisch beobachtet hatte, zählt zu den frühesten kritischen Chronisten des Nationalsozialismus. Im Dezember 1932 veröffentlichte er die GESCHICHTE DES NATIONALSOZIALISMUS – DIE KARRIERE EINER IDEE und verfasste 1936/37 die erste Hitler-Biografie. Im Pariser Exil zeichnete er die Geschichte der Pogromnacht mithilfe von Augenzeugenberichten und Zeitungsberichten bereits wenige Wochen nach dem 9. November 1938 auf. Zu Unrecht sind seine weitsichtigen, teils bissig ironischen Schriften fast in Vergessenheit geraten. Er beschrieb und analysierte was er sah, er verstand seine Quellen und sah den Massenmord durch Giftgas an den Juden voraus, bevor er begonnen hatte. Heidens zeitgenössischer Bericht EINE NACHT IM NOVEMBER 1938 erschien bereits 1939 auf Englisch, Schwedisch und Französisch – auf Deutsch jedoch erst 2013.

Viktor Ullmann (1898–1944) komponierte seine letzten drei Klaviersonaten in Theresienstadt, bevor er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Die Lesung findet im Rahmen der 26. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur statt.

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