Im Herzen der Gewalt

„Histoire de la violence“
  • IM HERZEN DER GEWALT: Emil Schwarz, Anja Lenßen, Sven Zinkan.
    © Marie Liebig
  • IM HERZEN DER GEWALT: Ensemble.
    © Marie Liebig
  • IM HERZEN DER GEWALT: Anja Lenßen, Emil Schwarz.
    © Marie Liebig
  • IM HERZEN DER GEWALT: Anja Lenßen.
    © Marie Liebig
  • IM HERZEN DER GEWALT: Sven Zinkan.
    © Marie Liebig
Sonntag, 29. November 2020 __ 19.00 Uhr
Kammerspiele
Achtung Vorstellungsänderung!

- Vorstellung entfällt - 

Édouard Louis (*1992)
Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel

Auf der Pariser Place de la République begegnet Édouard in einer Dezembernacht einem jungen Mann. Er nennt sich Reda, aus der Kabylei in Algerien stammend. Eigentlich möchte Édouard nach Hause, aber sie kommen ins Gespräch. Es ist schnell klar, es ist eine spontane Begegnung. Édouard nimmt ihn mit in seine Studentenwohnung. Sie reden, sie lachen, aber was als zarter Flirt beginnt, schlägt um in eine Nacht, an deren Ende Reda Édouard mit einer Waffe bedrohen wird.

Indem er von Kindheit, Begehren, Migration und Rassismus erzählt, macht Louis unsichtbare Formen der Gewalt sichtbar. Ein Roman, der wie schon Louis' Debüt DAS ENDE VON EDDY mitten ins Herz unserer Gesellschaft zielt – politisch, mitreißend, hellwach. Beide Romane schildern persönliche Lebenserfahrungen aus einem sozialkritischen Blickwinkel heraus: Es geht in IM HERZEN DER GEWALT nicht um eine Schwarz-Weiß-Zeichnung von Täter und Opfer, stattdessen möchte der Autor die persönlichen Hintergründe der Gewalttat erforschen und sie in einen gesellschaftlichen Kontext stellen. Der zurückbleibende, verletzte Körper Édouards wird zum Spiegel des gespaltenen sozialen Körpers, zum mahnenden metonymischen Verweis auf eine Klassengesellschaft, die ihre Randgruppen aus dem Blick verliert.

In seinem autobiographischen Roman IM HERZEN DER GEWALT rekonstruiert der französische Bestsellerautor Édouard Louis die Geschehnisse einer dramatischen Nacht, die sein Leben für immer verändert hat. Erzählen wird zum aktiven Erinnerungsprozess, der das Erlebte gleichzeitig verarbeitet und transformiert.

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TEAM

Regie: Anika Paulina Stauch

Bühne: Christian Rinke

Kostüme / Video: Marie Liebig

Besetzung

mit: Anja Lenßen/Emil Schwarz/Sven Zinkan