Gespenster

URAUFFÜHRUNG
Oper von Torstein Aagaard-Nilsen

frei nach Henrik Ibsen
Libretto Malin Kjelsrud
Deutsch von Dagfinn Koch unter Mitarbeit von Corinna Jarosch

Die Beerdigung von Erik Alving lässt nicht nur bei seiner Frau Helene alte Erinnerungen wieder lebendig werden. Schnell wird deutlich, dass das Bild der Vergangenheit keine absolute Wahrheit besitzt – jeder erinnert sich so, wie es in sein Leben passt. Pastor Gabriel Manders leugnet etwa, jemals eine intime Beziehung mit Helene gehabt zu haben, während sich diese sehr lebhaft an die gemeinsame Nacht erinnert und an die Schwüre. Aus finanziellen, sozialen und pragmatischen Gründen war sie damals bei Erik geblieben. Sie richtet ihr Leben mit einer perfekten Fassade ein, Geheimnisse, Grausamkeiten und gegenseitiger Hass bleiben dahinter verborgen – die perfekte Lebenslüge. Auch ihr Sohn Osvald hatte unter dem häuslichen Unfrieden zu leiden. Nun ist er zur Beerdigung seines Vaters an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt.
Er eröffnet seiner Mutter, dass er sterbenskrank ist. Tabletten sind sein einziger Ausweg geblieben für ein selbstbestimmtes Ende, bevor er in die Nacht der Hilflosigkeit versinken muss. Als er spürt, wie ein nächster Anfall von seinem Körper Besitz ergreift, bittet er Helene: „Gib mir die Sonne!” Helene gibt ihm die Tabletten, aber nicht alle. Alleine leben will sie nicht mit all diesen Erinnerungen, diesen Gespenstern.

Die Oper greift wesentliche Momente von Ibsens Stück GESPENSTER auf, das einst von Meiningen aus in der Inszenierung von Herzog Georg II. den deutschen Sprachraum eroberte. Komponist Torstein Aagaard-Nilsen schreibt die Musik direkt für das Gesangsensemle des Meininger Staatstheaters.

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