Volkshaus Blues

Eine Inszenierung der Bürgerbühne Meiningen zum Nachwendedeutschland

„Jegliches hat seine Zeit. Leben und Sterben und Streit.” So klingtes fern aus den alten Dielen eines nie vergessenen Ortes. Es ist ein Ort der langen Nächte, der ersten Küsse, vieler Hoffnungen und Enttäuschungen. Ein Ort für Parteitage, Messen, Theateraufführungen oder Tanzabende. Ein Ort für Arbeiter, Bauern, Jugendliche, Intelligenzler, Muttis, Vatis, Gammler, Blueser, Schwoofer, Bonzen und Karrieristen. Ein Haus für Alle. Das Zentrum der Stadt.

Die Revolution mit den Kerzen sollte der Aufbruch aus derstaatlichen Bevormundung hin zur Freiheit werden. Aber mit dem Ende des Landes ging auch ein großer Teil der Lebensweltunter. Das Volkshaus machte dicht. Der Saal war verbraucht, die Dielen verseucht und die Türen wurden vernagelt. Es wurde zum Überbleibsel einer vergangenen Epoche, nur noch die leere Hülle eines einst agilen Gebäudes. Seine Besucherfolgten dem Ruf der Veränderung in eine Zukunft, die wie so Vieles ungewiss war. Aber alle ließen ein Stück von sich zu-rück.

VOLKSHAUS BLUES ist eine Zurückschau mit dem Abstandvon mehr als 30 Jahren. Mit dem Wissen von heute geht die Bürgerbühne Meinigen auf die Suche nach den alten Geschichten, forscht nach dem Verhältnis einer Stadt zu ihrer Vergangenheit und den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen. Es ist eine Suche nach sich selbst. Wer wir waren, wer wir sind und wie eine Gesellschaft wurde. Die Musik ist nicht aus. Immer noch klingt der Blues aus der Diele. Jegliches hat seine Zeit. Einen Moment innehalten, frei sein, wenigstens bis zum Ende des Liedes.

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TEAM

Regie: Gabriela Gillert

Bühne & Kostüme: Helge Ullmann

Besetzung

Mit: Bürger*innen, die sich und die Stadt selbst zum Thema machen wollen