3. Sinfoniekonzert

Schicksale
  • Liza Ferschtman
    © Marco Borggreve
Donnerstag, 31. Januar 2019 __ 19.30 Uhr
Konzerteinführung um 18.30 Uhr im Foyer 

IGOR STRAWINSKY (1892–1971)

Chant funèbre, op. 5

SERGEJ PROKOFJEW (1891 - 1953)

Violinkonzert Nr.1 D-Dur op.19

PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKY (1840–1893) 

Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 „Fatum”

 

„Fatum“, also Schicksal, überschreibt Tschaikowsky seine 1877 begonnene Sinfonie. Die Fanfare aus Hörner und Fagott spricht gleich zu Beginn den Schicksalsspruch, der immer wieder ertönt. „Es ist darin kein Strich, der nicht meinen aufrichtigsten Gefühlen entstammt“, schreibt Tschaikowsky und stellt programmatisch das Individuum der Gesellschaft gegenüber. Der Außenseiter schwankt zwischen Depression und kurzen Träumen vom Glück, stürzt sich taumelnd in die Zerstreuung eines wilden Volksfests, doch es gibt kein Entrinnen: die Fanfare ertönt erneut. Das Schicksal ist besiegelt.

Im Andenken eines anderen großen russischen Komponisten, nämlich seines verehrten Lehrers Rimski-Korsakow, schrieb der damals 26 jährige Igor Strawinsky ein Totenlied, sein „Chant funèbre“. Der Komponist erinnert sich an die Grundidee seines Frühwerks: „Es war ein Trauerzug aller Soloinstrumente des Orchestern, von denen eines nach dem anderen seine Melodie wie einen Kranz auf das Grab des Meisters legte.“ Das Werk galt als verschollen, während der Revolution in Russland verlorengegangen. Im Frühjahr 2015 fand sich bei einem Umzug der Lagerbestände der Bibliothek im Nationalen Rimski-Korsakow Konservatorium ein vollständiger Notensatz der Orchesterstimmen zufällig wieder und so konnte das Werk 2016 nach 107 Jahren seit seiner Uraufführung endlich wieder erklingen. – Auch dies ein ganz eigenes Schicksal, das eines Werkes!

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TEAM

Solistin: Liza Ferschtman

Dirigent: GMD Philippe Bach