Die Räuber

Ein Schauspiel

Friedrich Schiller (1759-1805)

 

In Kooperation mit dem jugendkulturellen Schillerprojekt der Städte Meiningen, Jena, Weimar und Rudolstadt

  • Die Räuber: Vivian Frey, Björn Boresch
    © Werbefoto: Marie Liebig

Unterschiedlicher können zwei Brüder kaum sein. Da ist Karl Moor, der unangepasste, rebellische und weltverachtende junge Mann, der nur seine Freiheit liebt. Von seiner Familie hat er sich abgewendet und eine Rückkehr scheint für ihn unmöglich. Und da ist Franz, sein jüngerer Bruder, der sich hässlich und ungeliebt fühlt, denn die Anerkennung des Vaters gilt nur seinem Bruder Karl. Um die Ketten der ihm auferlegen Gesellschaftsnorm zu sprengen, plant er eine Intrige gegen seinen Bruder und ersetzt dessen Reuebrief. Sein leichtgläubiger Vater durchschaut das Lügenspiel nicht: Er verbannt und enterbt seinen Sohn Karl. Seiner Heimat beraubt, schließt dieser sich nun einer Räuberbande an, ab jetzt jedes Gesetz missachtend, um sich gegen die Ungerechtigkeit der Welt aufzulehnen.

Schillers rebellisches Werk aus dem Jahre 1782 richtete sich massiv gegen die Gesellschaft und gegen eine Welt des aufgeklärten Absolutismus, die zwischen Tradition und Moderne schwankt. Bereits in seinem Debütwerk, das er im Alter von nur 22 Jahren verfasste, beschreibt Schiller die Unhaltbarkeit der herrschenden Zustände und formuliert einen drastischen Widerstand gegen die feudale Herrschaft. Bis heute haben „Die Räuber” in ihrer Kritik der Lebensverhältnisse nichts an Aktualität eingebüßt. So wird die Familientragödie zu einem Rebellionsstück, das die Unruhe einer gesamten Generation erfasst.

In der Meininger Fassung wird durch die Einbindung Jugendlicher aus den vier Schillerstädten die Stimmung der heutigen jungen Generation erfahrbar. Ihre Möglichkeiten des Handelns und der Selbstbestimmung werden zum Mittelpunkt der Inszenierung.

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