Die Ratten

Berliner Tragikomödie

Gerhart Hauptmann (1862-1946)

  • Die Ratten: Hans-Joachim Rodewald, Anja Lenßen
    © Werbefoto: Marie Liebig

Schauplatz des Stückes, das 1911 im Lessing-Theater Berlin uraufgeführt wurde, ist eine ehemalige Berliner Kavalleriekaserne, die um 1880 von ca. 60 Familien bewohnt wurde. Arbeiter, Kleinbürger, Wahnsinnige, Verbrecher, Prostituierte, Drogenabhängige und Ausgestoßene – alle von unterschiedlicher Herkunft – hausen in dem maroden Gebäude: Hauptmann führt sie durch verschiedenste Handlungsstränge zusammen und reißt sie wieder auseinander. Er schafft so eine Milieustudie der Großstadt Berlin in expressiver Art und Weise. Seine Sicht auf das Theater thematisiert er dabei genauso wie die tragischen und manchmal auch komisch wirkenden Schicksalsschläge, die die Bewohner der Mietskaserne erleiden und die sie zu überwinden suchen.

„Hauptmann ist der Natur im Menschen begegnet. Durch die Gestalten, die er auf die Bühne brachte, gehen die Ströme dessen, was Freud später das Es nannte. (...) Er liebte die Menschen, weil er Mitleid hatte mit ihrer Seele, mit dieser armen Menschenseele, die der Gewalt der sie durchströmenden Mächte nicht widerstehen kann.” (Siegfried Melchinger)

Die Berlinerin Maria Viktoria Linke arbeitet als Regisseurin, Dramaturgin, Radiomoderatorin und Kuratorin. Zu ihren bisherigen Stationen gehören u. a. das neue theater Halle (Saale), das Anhaltische Theater Dessau, das Landestheater Tübingen, das Ballhaus Ost Berlin, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Staatstheater Darmstadt sowie das Theater Augsburg.

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