Verschwundenes Bild

Ballettabend

Johannes Brahms (1833 –1897) / Anton Webern (1883–1945)

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    © Hoelting
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  • Porträt Ulrich Kneise
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Montag, 10. Juni 2019 __ 15.00 Uhr
16,00 – 33,00 €

Johannes Brahms’ 4. Sinfonie erlebte in Meiningen am 25. Oktober 1885 ihre Uraufführung. Als ein Werk der Spätromantik steht sie im Mittelpunkt des neuen Ballettabends und wird komplementiert durch Anton Weberns Passacaglia op. 1 von 1908 sowie dessen Symphonie op. 21, die 1927 entstand. Andris Plucis’ choreografische Sprache trifft auf die Bilderwelt des renommierten Eisenacher Fotografen Ulrich Kneise, dessen sensible und erzählerisch angelegte Fotografie durch zahlreiche Publikationen und deutschlandweit gezeigte Ausstellungen große Bekanntheit erlangte. Die Kostüme von Danielle Jost übertragen die Stimmungen seiner Bilderwelt auf die Körperlichkeit der Tänzerinnen und Tänzer.

Mit den unterschiedlichen Ausdrucksmitteln des Tanzes und der Fotografie entsteht ein abstrahierender Rückblick auf die jüngere deutsche Vergangenheit, ausgehend von den letzten Jahren der DDR. Bilder, die das Leben in der DDR schuf, verschwanden aus dem Alltag und sanken hinab in die Erinnerung. Damit greift der Ballettabend „Verschwundenes Bild“ das Gedenken an die friedliche Revolution von 1989 auf, das sich 2019 zum dreißigsten Mal jährt.

Es geht dem Choreografen Andris Plucis aber um weit mehr als um ein Erinnern an die bewegten Jahre seit 1989. Vielmehr sucht er nach einem heutigen ästhetischen Standort, um grundlegende Fragen nach der Stellung des Individuums in gesellschaftlichen Spannungsverhältnissen auszuhandeln. Die Musik von Johannes Brahms und Anton Webern, die eine Brücke über Epochengrenzen – von der Spätromantik bis zur Atonalität – baut, eignet sich für dieses Vorhaben in besonderer Weise. Sie erzählt von der Suche nach einer musikalischen Sprache für Erfahrungen von Unterordnung und Aufbegehren und von inneren und äußeren Spannungen, die im Tanz visuell erfahrbar gemacht werden können.

Erstmals arbeiten der Eisenacher Künstler und Fotograf Ulrich Kneise und Chefchoreograph Andris Plucis zusammen. Es entsteht ein Ballett mit Musik von Johannes Brahms und Anton Webern, verbunden mit Fotografien von Ulrich Kneise.

In der Alten Dramaturgie, oberhalb des Foyers, wird die Ausstellung „EinWerkWird“ von Ulrich Kneise zu sehen sein, der darin den Arbeitsprozess der jungen Tänzerinnen und Tänzer dokumentiert.

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