John Gabriel Borkman

Schauspiel von Henrik Ibsen (1828–1906)
  • JOHN GABRIEL BORKMAN: Hans-Joachim Rodewald
    © Marie Liebig

Der ehemalige Bankier John Gabriel Borkman fristet nach seiner Haftentlassung ein Dasein fernab des gesellschaftlichen Lebens. Eine von ihm getätigte illegale Transaktion hatte die Bank in den Ruin getrieben und ihm selbst eine Gefängnisstrafe beschert. In völliger Einsamkeit lebt er nun mit seiner Frau Gunhild im Haus seiner Schwägerin Ella: er oben, Gunhild unten, ohne Kontakt zueinander.
Eines Tages kehrt die sterbenskranke Ella in ihr Haus zurück. Ella war Borkmans einstige große Liebe, jedoch hatte er sie für seine Karriere fallen gelassen. Jetzt fordert sie den Sohn der Borkmans zurück, da sie ihn aufgezogen hatte. Er soll Ella nun während ihrer letzten Tage beistehen. Gunhild hingegen wünscht sich, dass ihr Sohn Karriere macht, um den vom Vater beschädigten Ruf der Familie wiederherzustellen. Der Sohn jedoch wählt einen dritten Weg und entflieht dem häuslichen Druck: Mit seiner sieben Jahre älteren Geliebten reist er in den Süden. In Borkman wächst neue Kraft und Energie; er spricht sich mit Ella aus und macht sich auf in die eisige Landschaft…
Henrik Ibsens Stück entstand 1896 in Kristiania, dem heutigen Oslo. Die Handlung beruht auf einem realen Vorfall, der sich in den 1850er-Jahren ereignete und die Gesellschaft sehr beschäftigte. JOHN GABRIEL BORKMAN ist Ibsens vorletztes Stück, das er vor seinem Tod 1906 geschrieben hat und gilt als Meisterwerk des norwegischen Dichters.


André Bücker inszenierte über 80 Opern- und Schauspielproduktionen sowie spartenübergreifende Projekte und Theater im öffentlichen Raum. Von 2009 bis 2015 war er Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau und ist seit der Spielzeit 2017/18 Intendant des Staatstheaters Augsburg.

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