Der Besuch der alten Dame

Eine tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt
  • DER BESUCH DER ALTEN DAME: Christine Zart
    © Werbefoto: Marie Liebig
Sonntag, 28. Juni 2020 __ 19.00 Uhr

In der gänzlich verarmten Kleinstadt Güllen ist alles in hellster Aufregung: Als die Milliardärin Claire Zachanassian, einst Klara Wäscher, in ihre Heimatstadt zurückkehrt, erwarten die Güllener finanzielle Unterstützung und setzen vor allem Hoffnung in Claires Jugendfreund Alfred Ill, der die Wohltäterin in Spenderlaune versetzen soll. Zachanassian bietet eine Milliarde und knüpft daran nur eine Bedingung: Gerechtigkeit.
Doch keiner hat den Grund bedacht, aus dem Kläri Wäscher einst die Stadt verlassen hatte: Als sie von Ill schwanger wurde, bestach dieser zwei Männer, die im Vaterschaftsprozess für ihn falsch aussagten. Bevor die Zachanassian durch mehrere Heiraten und Witwenschaft zur Milliardärin aufgestiegen war, war sie als „gefallenes Mädchen” auf Abwege geraten und hatte erfahren müssen, dass alles käuflich ist. Warum dann nicht auch Gerechtigkeit? Sie fordert die Menschen auf, Ill zu töten. Im Namen der Menschlichkeit erntet sie zunächst Ablehnung und Entrüstung. Zachanassian lässt sich jedoch nicht beirren: „Ich kann warten …!”

Im Drama sind Liebesgeschichte, Kriminalgeschichte wie auch Gesellschaftsstudie ineinander verwoben. Dürrenmatt schien die Form der Groteske die richtige, um Schwächen und Grenzen der Menschen und das Zerbrechen der moralischen Weltordnung aufzuzeigen.

Katja Wolff arbeitet als freischaffende Regisseurin in Deutschland und der Schweiz und lehrt immer wieder als Gastdozentin. Sie inszenierte Schauspiel und Musiktheater u. a. in Stuttgart, Bonn, St. Gallen, Basel, Mainz, Mannheim, Schwerin, Koblenz, Bielefeld und Berlin. Mit den Autoren Tilmann von Blomberg und Carsten Coldbeck entwickelt sie regelmäßig eigene Stücke.

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