Jugend ohne Gott

Roman von Ödön von Horváth
Bühnenfassung von Martina Gredler
  • Ensemble
    © Sebastian Stolz
  • Meret Engelhardt und Vivian Frey
    © Sebastian Stolz
  • Ensemble
    © Sebastian Stolz
  • Hagen Bähr und Anna Krestel
    © Sebastian Stolz

„Alle Neger sind hinterlistig, feig und faul”, das muss der Lehrer in einem der vom Staat vorgegebenen Aufsätze zum Thema „Warum müssen wir Kolonien haben?” lesen. Als er diese Aussage als nicht korrekt korrigieren möchte, hält er inne: Hat er das nicht gerade im Radio gehört…? Wie also sich verhalten, da diese Meinung doch offensichtlich allgemeine Gültigkeit hat?

Beäugt und beobachtet von jedem seiner Schüler, wird wiederum der Lehrer mit der sich breitmachenden Skrupellosigkeit der Eleven, der Generation der Zukunft, konfrontiert. Während eines Feldlagers wird die Jugend auf den Ernstfall vorbereitet: „In einer Kiste neben der Fahnenstange liegt der Krieg.” Der Umgang mit Waffen, die militärische Ordnung einer jugendlichen Gesellschaft ist die Normalität. Und existiert der Krieg nicht schon, nämlich unter den Jugendlichen, auch innerhalb der Gesellschaft? Im allgemein zwischenmenschlichen Umgang zeigt sich: „Die ganze menschliche Gesellschaft ist aufgebaut auf Eigenliebe, Heuchelei und roher Gewalt.” Der Lehrer ist davon überzeugt, dass es eine Zumutung sei, an einen gütigen Gott glauben zu sollen, wenn dieser alles Unheil der Welt tatenlos hinnehme.

Als während des Aufenthalts der Klasse im Feldlager ein Schüler ermordet wird, beginnt der Krimi: Wer hätte ein Motiv, seinen Mitschüler umzubringen? Und wer trägt die Verantwortung, trägt Schuld an dieser entsetzlichen Tat? Auch der Lehrer hat unwissentlich sein Scherflein dazu beigetragen, machte sich mitschuldig am Vergehen. Immer wieder hallt in seinem Kopf nach, wovon ihn ein Bekannter eindringlich zu überzeugen versucht: „Gott ist das Schrecklichste auf der Welt.”

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TEAM

Regie: Martina Gredler

Bühnenbild & Kostüme: Anneliese Neudecker

Dramaturgie: Anna Katharina Setecki

Besetzung

Lehrer: Vivian Frey

Schüler Z: N. N.

Schüler N: Carla Witte

Schüler T: N. N.

Schüler B: Kathrin Horodynski

Julius Caesar: Peter Liebaug

Vater N: Carla Witte

Direktor: N. N.

Feldwebel: Kathrin Horodynski

Pfarrer: Peter Liebaug

Eva: Anna Krestel

Präsident: Kathrin Horodynski

Verteidiger: N. N.

Mutter Z: Carla Witte

Kriminalbeamter: N. N.

Mutter T: N. N.