Regina

Oper in drei Akten von Albert Lortzing
Libretto vom Komponisten
  • REGINA: Ensemble, Chor
    © foto-ed
  • REGINA: Matthias Vieweg, Anne Ellersiek
    © foto-ed

Das Revolutionsjahr 1848 macht auch vor Fabrikbesitzer Simon nicht Halt: Seine Arbeiter fordern mehr Lohn und drohen mit Streik. Zwar kann er zunächst den Aufruhr besänftigen und die Aufmerksamkeit auf die Verlobung seiner Tochter Regina lenken, doch die Unzufriedenheit sitzt tief. Und so kommt es zu weiteren Ausschreitungen, in deren Wirren Reginas abgewiesener Verehrer Stephan die junge Frau entführt. Mit ihrem Peiniger auf der Flucht, muss Regina erkennen, dass Argumente die Gewalt nicht stoppen können – und dass Stephan bereit ist, ein Munitionslager mitsamt der darum versammelten Menschenmenge in die Luft zu sprengen.

„Ich kann ihnen nicht helfen, sie müssen mein neuestes opus schlucken”, schrieb Lortzing anlässlich seiner Oper „Regina” an einen Freund. Dem Komponisten war klar, dass seine „ernst zu nehmende“ Oper mit ihrem politischen Kommentar den Nerv der Zeit empfindlich treffen würde: Als Text- und Tondichter in Personalunion verfasste Lortzing das Werk 1848 unter dem Eindruck der Märzrevolution. Angesiedelt in einer Fabrik, bevölkert von „Arbeitern aus allen Klassen” – das war für die Opernbühne ein revolutionärer, nie dagewesener Ansatz. Doch der Reihe nach erteilten Verlage und Theater „Regina” eine Absage. Auf die Bühne kam die Freiheitsoper fast ein halbes Jahrhundert nach Lortzings Tod – und auch das nur in einer verfälschten, politisch entschärften Bearbeitung. Erst 1998 wurde das noch immer selten gespielte Werk in seiner Originalgestalt uraufgeführt.

Pressestimmen

Auf dem Biedermeier-Punkt

„Höchst geschlossen und präzise spielte der Meininger Chor (Einstudierung Matthias Köhler) seine Rolle als streiklustige Arbeiterschaft und als patriotisch entflammtes Volk.“

Joachim Lange, Freies Wort, 21. März 2016

Einigkeit und Recht und Rache

„ […] alles wird mit teils ungewohnt düsteren Klängen, mit Pathos und mit Tönen, die von Lortzings Erfolgsopern herüberzuwehen scheinen, musikalisch untermalt. Dabei geht die Meininger Hofkapelle unter Lancelot Fuhry selbstsicher und virtuos ans Werk.“

Siggi Seuß, Main-Post, 30. März 2016

Germania weint schwarze Tränen

„[…] Die Titeldarstellerin, die wunderbare Anne Ellersiek […] entzückte durch ihren vornehmen Ton, der für emotionale Anteilnahme genug Raum ließ: die Fabriktochter als glücklich Liebende und unglücklich Entführte. […] Auch und gerade wegen Anne Ellersiek lohnt die Reise nach Meiningen, wo ein zugleich politisches und unpolitisches Hauptwerk Albert Lortzings auf gediegene Weise wiederauferstand.“

Frank Piontek, DER OPERNFREUND, 19. März 2016

Kritischer Blick auf revolutionäre Strömungen

„ […] Auch musikalisch bietet die wenig bekannte Oper Lortzings Überraschendes. Die Ouvertüre mit den heldischen Trompetensignalen und dramatischen Momenten verweist schon auf traurig Düsteres, auf emotionale Zerwürfnisse, aber auch auf idyllische Stellen, unterlegt etwa mit Cello-Kantilenen oder Harfe.“

Renate Freyeisen, Opernnetz, 18. März 2016

Regina

„ […] Die größte Kraft aber erfährt diese Aufführung durch das Spiel der Meininger Hofkapelle unter der Leitung von Lancelot Fuhry.“

Boris Michael Gruhl, Opernglas, 20.03.2016

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TEAM

Musikalische Leitung: Lancelot Fuhry

Regie:

Bühnenbild & Kostüme: Dirk Immich

Chor: Matthias Köhler

Dramaturgie: Diane Ackermann/Natalia Fuhry

Chor:

Besetzung

Simon, Fabrikbesitzer: Ernst Garstenauer

Regina, seine Tochter: Anne Ellersiek

Richard, Geschäftsführer: Daniel Ohlmann

Stephan, Werkmeister: Matthias Vieweg

Kilian, ein Arbeiter Simons: Stan Meus

Wolfgang, Anführer der Freischar: Mikko Järviluoto

Beate, Dienstmädchen: Carolina Krogius

Barbara, Bauersfrau: Christiane Schröter

Ein Freischärler: Horst Arnold